| 05.02.2026, 18:30 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Kabelkunststoffe gehören zu den polymerwertigen Massenströmen der Kunststoffrecyclingwirtschaft. Sie bestehen je nach Anwendung überwiegend aus PVC-, PE- oder PP-basierten Materialien und verfügen grundsätzlich über ein hohes stoffliches Wiederverwertungspotenzial. In der Praxis werden sie jedoch häufig nur downgecycelt oder verlassen den Werkstoffkreislauf, obwohl der Polymerwert dies nicht zwingend erfordert. Als Ursache dafür gilt in den meisten Fällen nicht das Polymer selbst, sondern die spezifische Kontaminationssituation von Kabelkunststoffen. Typisch sind fein verteilte metallische Rückstände, Schwermetalle aus historischen Additivsystemen, Additiv- und Füllstoffreste sowie Schmutz, Ruß und alterungsbedingte Abbauprodukte. Diese Kontaminationen beeinträchtigen nicht nur die Prozessstabilität bei der Extrusion, sondern wirken sich auch direkt auf die funktionalen Eigenschaften der Rezyklate aus. Insbesondere metallische Feinanteile stellen ein zentrales Problem dar. Sie beeinflussen Schmelzefluss, Filterstandzeiten und Werkzeugbelastung, führen aber vor allem zu Abweichungen bei funktionalen Kennwerten wie dem elektrischen Widerstand. Für Anwendungen mit definierten elektrischen Anforderungen bedeutet dies, dass ein mechanisch verarbeitbares Material dennoch nicht einsetzbar ist. Damit bleibt die Nutzung auf minderwertige Anwendungen beschränkt. Konventionelle Recyclingrouten stoßen bei diesen Stoffströmen oft an strukturelle Grenzen. Mechanische Aufbereitung und klassische Filtration entfernen grobe Verunreinigungen, lassen jedoch fein verteilte Metalle, Additivlasten und alterungsbedingte Störstoffe im Material zurück. Das Resultat sind formal recycelte Werkstoffe mit eingeschränkter Verarbeitbarkeit und nicht reproduzierbaren funktionalen Eigenschaften. Vor diesem Hintergrund setzt Ripa Plastics auf einen vorgelagerten industriellen Aufreinigungsschritt, den das Unternehmen als „Purification“ bezeichnet. Wie das Unternehmen weiter erörtert, ist die gezielte und weitgehende Entfernung der für Kabelkunststoffe relevanten Störstoffe vor der Extrusion das Ziel. Dazu zählen insbesondere metallische Bestandteile, Schwermetalle wie Blei, Zink oder Cadmium sowie additiv- und alterungsbedingte Kontaminationen. Das Reinigungsverfahren nutzt Extraktions- und Trenntechniken, um Verunreinigungen gezielt zu entfernen und gleichzeitig die ursprüngliche Polymerstruktur zu erhalten. Durch diese Aufreinigung sollen nicht nur Extrusionsprozesse stabilisiert, sondern auch die materialfunktionalen Eigenschaften wiederhergestellt werden. Für Kabelkunststoffe bedeutet dies definierte elektrische Kennwerte, reproduzierbare Qualität und eine Verarbeitbarkeit, die den Anforderungen industrieller Anwendungen entspricht. Der Ansatz ist als industriell integrierbarer Prozess ausgelegt und zielt darauf ab, den Polymerwert des Materials zu erhalten. Über die Qualität und die Marktfähigkeit von Kabelkunststoffrezyklaten wird damit bereits vor der Extrusion entschieden. Eine wirksame Purification verhindert, dass hochwertige Polymere allein aufgrund verbleibender Kontaminationen in niedrigwertige Anwendungen gedrängt werden. Für Verarbeiter ergeben sich stabilere Prozesse, konsistente Materialeigenschaften und bessere Vermarktungsmöglichkeiten. Zusätzlich gewinnt die kontrollierte Inhaltsstoffsituation vor dem Hintergrund regulatorischer Anforderungen an Bedeutung. Mit dem Übergang vom Abfall zum Produkt werden Fragen der REACH-Konformität und der ESG-Bewertung relevant, insbesondere bei Materialien mit historischen Additivsystemen. Durch die Entfernung problematischer Altbestandteile schafft die industrielle Purification die Voraussetzung für regelkonforme und nachvollziehbare Stoffströme. Zusammenfassend zeigt sich den abschließenden Unternehmensangaben zufolge, dass Kabelkunststoffe weniger ein Polymer- als vielmehr ein Aufreinigungsproblem darstellen. Erst die gezielte Entfernung metallischer Feinanteile, Schwermetalle und Additivlasten ermöglicht demnach eine hochwertige stoffliche Verwertung. Industrielle Purification entscheidet damit darüber, ob Kabelkunststoffe im Downcycling verbleiben oder als funktional geeignete und marktfähige Polymerrohstoffe in den Kreislauf zurückgeführt werden können. Weitere Informationen: www.ripaplastic.de |
Ripa Plastics - Innovative Plastic Solutions, Nördlingen
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