| 22.03.2023, 14:52 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Das aktuelle Regulierungsvorhaben der Europäischen Chemikalienbehörde (ECHA) zur Stoffgruppe der Perund Polyfluoralkylstoffen (PFAS) bedroht aus Sicht des Industrieverbands pro-K zahlreiche wichtige Wertschöpfungsketten in Deutschland und Europa. Der Grund: Der im Februar veröffentlichte Vorschlag umfasst auch die in der Stoffgruppe enthaltenen 38 Substanzen der Fluorpolymere, die für das Funktionieren moderner Industriegesellschaften von enormer Bedeutung seien und die nun durch das Beschränkungsverfahren wegfallen könnten. Die jetzt startende öffentliche Konsultation (22. März) biete die Chance, erneut die Sicherheit und Unverzichtbarkeit der 38 Stoffe zu betonen. Fluorpolymere seien als unbedenklich eingestuft, inert, ungiftig und lagern sich nicht in der Umwelt ab – dies würden zahlreiche Studien und Daten belegen. Ungeachtet dessen habe die ECHA im Februar bei ihrem Vorschlag für die Verwendungsbeschränkung von PFAS die Hochleistungskunststoffe mit einbezogen. Damit seien Fluorpolymere, die gemäß OECD-Definition zur Gruppe der PFAS zählen, nun in einem Verfahren gemeinsam mit Substanzen, die in Teilen als mobil, bioakkumulierbar und toxisch gelten. Sozioökonomische Nachteile durch ein Verbot Der Vorschlag der ECHA stehe im Widerspruch zur Zielsetzung der Europäischen Union, eine eigene Halbleiterproduktion aufzubauen, den Green Deal umzusetzen und mehr E-Autos auf die Straße zu bringen. Zum Erreichen all dieser Punkte brauche es nämlich Fluorkunststoffe. Fluorpolymere bieten Funktionalität und Vorteile in zahlreichen kritischen Endverbraucher-Anwendungen wie Elektronik, Halbleiter, Gesundheitstechnik und -geräte, Transport, 5G-Telekommunikation und erneuerbare Energien. Sie seien eine Schlüsselkomponente für Technologien, die in Mobiltelefonen, persönlicher Schutzausrüstung, Solarpanels, Implantaten, Flugzeugen, U-Booten und unzähligen anderen Produkten und Branchen eingesetzt würden. In grünen Technologien wie der Wasserstoffherstellung würden sie die Defossilisierung von Wirtschaft und Gesellschaft fördern. Darüber hinaus würden Fluorkunststoffe mithelfen, Chemikalien sicher und verlustfrei auch über große Entfernungen zu transportieren. Ersetzt man Fluorpolymere durch andere Materialien, erhöhe sich der ökologische Fußabdruck beispielsweise eines Autos oder Flugzeugs, da etwa der Reibungswiderstand zunehme. Und auch die Resilienz eines Produkts leide: Alternativmaterialien, so es sie überhaupt gebe, würden häufig an einer schlechteren Performance kranken; es komme zu einem höheren Wartungsaufwand, schnellerem Verschleiß bis hin zum verfrühten Austausch eines Produktes – die Abfallmenge steigt. Rückzug statt Aufbruch? Viel Know-how und Wertschöpfung rund um Fluropolymere sei aktuell noch in Europa beheimatet – und jetzt durch das ECHA-Verfahren in Frage gestellt. Komme es zu Beschränkungen bis hin zu Verboten, würden sich die asymmetrischen Abhängigkeiten verschärfen, Projekte für den Klimaschutz und viele weitere grüne Prioritäten scheitern. Dies ginge einher mit dem Verlust von Arbeitsplätzen, dem Wegfall einer leistungsfähigen Wirtschaft und Infrastruktur sowie Einbußen in der Lebensqualität. Darum sei es unerlässlich, dass Fluorkunststoffe vom ECHA-Regulierungsprozess ausgenommen und weiterhin in Europa verarbeitet werden. Weitere Informationen: www.pro-kunststoff.de |
pro-K Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V., Frankfurt
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