| 18.01.2008 | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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In Ungarn schwächte sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 2007 auf real weniger als 2% ab. Auch 2008 dürfte es mit circa 3% nur halb so hoch sein wie im übrigen Mittelosteuropa. Die Gesamtnachfrage nach Produkten der chemischen Industrie steigt in Ungarn kaum schneller (Marktvolumen 2006: 5,23 Mrd. Euro). Absatzchancen bieten sich deutschen Firmen vor allem bei bestimmten Bauchemikalien, technischen Kunststoffen, Kunststoffen in Primärformen sowie durch Zulieferungen an Pharmahersteller und die stark investierenden Reifenproduzenten. Die Versorgung des ungarischen verarbeitenden Gewerbes mit Kunststoffen in Primärformen wird zunehmend von den stark expandierenden inländischen Herstellern (BorsodChem und TVK) übernommen. Jedoch muss ein Teil des Bedarfs auch weiterhin durch Importe gedeckt werden, wobei aus Deutschland rund ein Drittel der Auslandsbezüge kommen. Die Einfuhren von Kunststoffen in Primärform betragen noch immer 15% gemessen am Gesamtimport chemischer Erzeugnisse. Der größte Anteil des Absatzes von Kunststofferzeugnissen in Ungarn erfolgt im Verpackungsmittelsektor (2006: 40%). Die Sparte entwickelt sich dynamisch, und die Qualitätsstandards sind hoch. Insbesondere die Nachfrage nach Kunststoffverpackungen und Vorprodukten steigt durch den Bedarf von Molkereien und Getränkeindustrie. Zweitwichtigster Abnehmer von Kunststofferzeugnissen ist die Bauwirtschaft mit 24% (nach 20% im Jahr zuvor). Der Bau steckt allerdings in einer anhaltenden Flaute: Für 2007 wird ein Rückgang der Bauproduktion um 8% erwartet. 2008 kommt es bestenfalls zu einer Stagnation. Da der Wohnungsbau aber wieder anzieht und verstärkt in Energieeffizienzmaßnahmen investiert wird, zeigen die ungarischen Hersteller von Isoliermaterial eine lebhafte Nachfrage nach Kunststoffen. Auf die Elektronik- und Elektrotechnikindustrie entfielen 2006 knapp 15% des Absatzes (Anteil 2005 nur 8%). Vor allem der Elektroniksparte werden auch langfristig gute Perspektiven eingeräumt. Ein Fertigungsschwerpunkt in Ungarn bilden Mobiltelefone. Nokia baut seine Produktion aus, und es kommen weitere Zulieferfirmen der Finnen ins Land. Der schwedische Haushaltsgerätehersteller Electrolux hat seine gesamte europäische Staubsaugerproduktion nach Ungarn verlagert. Der Chemiesektor knüpft weiter große Hoffnungen an die florierende Kfz- und insbesondere an die Kfz-Teile-Industrie im Lande. Die Fertigung von Komponenten für die Kfz-Hersteller (vor allem von Kfz-Elektronik) boomt schon seit Jahren. Auf die Branche entfielen 2006 rund 4% der Nachfrage nach Kunststofferzeugnissen. Absatzchancen haben auch Zulieferbetriebe für die in Ungarn kräftig expandierenden Reifenproduzenten. Weiterführende Informationen |
bfai Bundesagentur für Außenwirtschaft, Köln
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