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15.10.2019, 12:51 Uhr | Lesedauer: ca. 7 Minuten Optionen:       

19. SPE Automotive Award Night: Auszeichnungen für hoch innovative Kunststoffteile

Zwei Tage vor Beginn der K 2019 präsentierte SPE Central Europe auf einer glanzvollen Award Night im Crowne Plaza Hotel Neuss die Gewinner der Automotive Awards 2019. Wie der SPE weiter berichtet, hätten in diesem Jahr überdurchschnittlich viele Einreichungen am Wettbewerb teilgenommen. Entsprechend groß sei die Spannung sowohl bei den Juroren als auch bei den einreichenden Unternehmen gewsen, welche Teile die begehrten Preise gewinnen würden.

Der Abend begann mit der Vorstellung der in sieben Kategorien eingereichten Teile. Thilo Stier und Dr.-Ing. Rudolf Fernengel lenkten die Aufmerksamkeit der Gäste auf teils spektakuläre Details, die ohne Erläuterung zumeist gar nicht wahrgenommen würden. Zwischendurch widmeten sie sich einigen der ausgestellten Fahrzeuge und zeigten, welche Entwicklung der Fahrzeugbau dank moderner Kunststoffe genommen hat.

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Nach der Begrüßungsansprache betrat mit René Giessen ein international hoch geachteter Künstler die Bühne. Er entlockte seiner Mundharmonika eine unglaubliche Vielfalt an Tönen und verzaubert das Publikum mit Stücken aus unterschiedlichen Musikrichtungen.

Jede Einreichung ein Sieger
Alle Einreichungen, die sich nicht ganz vorn platzieren konnten, erhielten anschließend ihre Nominierungsurkunden aus den Händen von Maria Ciliberti, Vice President Borealis, das 2019 die Nomination Awards sponserte. Thilo Stier, Fachbereichskoordinator für den SPE Automotive Award, betonte, dass in diesem Jahr zumeist Nuancen darüber entschieden, welche Einreichungen den Sprung auf die Plätze 1 bis 3 ihrer Kategorie geschafft haben. Alle Teile zeichneten sich demnach durch ein überdurchschnittliches Niveau aus.

Neue Materialien, neue Prozesse
Thilo Stier stellte jeweils die drei Finalisten vor. Bei seinen kurzen Erläuterungen kristallisierte sich heraus, dass viele der Innovationen auf anwendungsspezifisch komponierten Werkstoffformulierungen basieren und/oder die Verarbeitungsprozesse vom ersten bis zum letzten Schritt grundlegend überdacht und optimiert worden seien. Die begehrten Preise überreichte ein Vertreter des Unternehmens, das den betreffenden Award sponserte.

Displayträger - (Bild: SMP-Deutschland).
Displayträger - (Bild: SMP-Deutschland).
In der Kategorie body interior trug ein Displayträger im Cockpit, eingereicht von SMP Deutschland, den Sieg davon. Bei dem ressourcenschonenden Leichtbauteil wird Magnesium-Druckguss durch ein carbonfaserverstärktes Polypropylen ersetzt. Torsten Mehler, Sales Manager bei EMS-Chemie, gratulierte den Entwicklern, zu denen auch Vertreter von Wipag Deutschland, Ningbo Fangzheng, Porsche und Engel Austria gehören, zu ihrem Erfolg. Platz zwei belegte eine B-Säule von SE Kunststoffverarbeitung, ein Hybridteil, für dessen Herstellung das Thermoformen mit Negativwerkzeugen mit dem 3D-FDM-Verfahren kombiniert wird. Auf dem dritten Platz landete eine Extralight-Formhaut von SMP Deutschland. PVC-Pulver mit langkettigen Weichmachern wird im Sinterprozess so aufgeschäumt, dass eine extrem leichte und alterungsstabile Formhaut mit fehlerfreier Oberfläche entsteht.

Composite Guide Rails for Roller Blind Sunroof Module - (Bild: Polyscope).
Composite Guide Rails for Roller Blind Sunroof Module - (Bild: Polyscope).
Den Award in der Kategorie body exterior überreichte Torsten Mehler für Composite Guide Rails for Roller Blind Sunroof Module, eine gemeinsame Entwicklung von Polyscope Polymers, ARRK und Webasto France. Durch die Konstruktionsfreiheit beim Spritzgießen im Vergleich zum vorher verwendeten Aluminium entfallen viele Montageschritte, außerdem erübrigt sich der Einsatz von Fett für die Funktionsfähigkeit. Darüber hinaus sei für die Produktion deutlich weniger Energie erforderlich. Den zweiten Platz erreichte eine Mould-in-Colour-Lamelle von Montaplast, das eingesetzte Polyamid in der Farbe Silber metallic erzeugt in Verbindung mit einem innovativen Werkzeug und kontinuierlicher Fertigung eine Oberflächenqualität, die nahe an lackierte Bauteile heranreichen soll. Dritter in dieser Kategorie ist eine Hochglanz-A-Säule, die Weidplas zum Wettbewerb angemeldet hatte. Sie zeichnet sich durch die Kombination von Hochglanz und Narbung aus, die Lackierung erfolgt im Spritzgießwerkzeug.

Aktives Kühlventil für das Thermomanagement - (Bild: EMS-Chemie).
Aktives Kühlventil für das Thermomanagement - (Bild: EMS-Chemie).
Ein aktives Kühlventil für das Thermomanagement, hergestellt von Mann+Hummel France aus einem Material der EMS-Chemie, gewann den Award in der Kategorie power train, den Martin Würtele im Namen von Sponsor KraussMaffei Technologies überreichte. Das hochkomplexe Multifunktionsventil weist eine sehr hohe Hydrolysebeständigkeit auf und ermöglicht, dass der Motor schneller auf Betriebstemperatur kommt. Das geht mit einer CO2-Einsparung von 2 bis 3 Gramm je Kilometer einher. Auf Platz zwei landete ein Drehschieber von Ros Coburg, hierbei sorgt ein mehrteiliges Konzept mit unterschiedlichen Materialien und Fügeverfahren dafür, dass die geforderte Präzision prozesssicher hergestellt werden kann. Den dritten Platz belegte eine Spirale mit Kulissenführung von Joma-Polytec. Durch die innovative Kulissenführung innerhalb der Spirale wird für die trockenlaufende elektrische Vakuumpumpe nur ein Exzenter benötigt.

Design-Funkschlüssel - (Bild: EMS-Chemie).
Design-Funkschlüssel - (Bild: EMS-Chemie).
Clemens Rösler, Teamleiter Automotive bei Grafe Advanced Polymers, übergab den Award in der Kategorie electronical/optical parts für einen Design-Funkschlüssel von Hella, für den die EMS-Chemie die Materialien bereitstellt. Die verwendeten Polyamid-Typen schützen die Elektronik vor Schlag und Umwelteinflüssen, ihre geringe Verzugsneigung garantiert minimale Spaltbreiten und damit absolute Dichtheit gegenüber Flüssigkeiten und fehlerfreie Funktion in allen Klimazonen. Den zweiten Platz belegte ein beleuchteter Griff in der Mittelkonsole, der bei Dräxlmaier ebenfalls aus einem Material der EMS-Chemie gefertigt wird. Die hohe Reinheit des Werkstoffs bewirkt eine homogene Beleuchtung entlang der Mittelkonsole und eine einheitliche Farbabstimmung im Innenraum. Dritter in dieser Kategorie wurde eine Mittelkonsole mit Black-Panel-Effekt von P+H engineering. Die Symbole auf der bedruckten Folie sind schwarz transluzent abgedeckt, sodass im Ruhezustand von der Bedienoberfläche kein störendes Licht ausgesendet wird.

Carbonrad - (Bild: Thyssenkrupp).
Carbonrad - (Bild: Thyssenkrupp).
Aus den Einreichungen in der Kategorie structural components ging ein Carbonrad als Sieger hervor. Andreas Stuber, Geschäftsführer von Sponsor Akro-Plastic, überreichte den Award an thyssenkrupp Carbon Components. Hergestellt wird das Leichtbaurad auf einer Kohlenstofffaser-Radialflechtmaschine, ohne den Zwischenschritt Gelege-Gewebe-Halbzeug. Das garantiert eine extreme Schadenstoleranz und Resttragfähigkeit. Auf Platz zwei landete eine Multimaterial-Leichtbau-Tragstruktur von BMW Landshut, die eine Metall-Tragstruktur ersetzt und zugleich mehrere Bauteilfunktionen integriert. Den dritten Platz belegte ein Composite-Rahmen von Magna Exteriors zu dessen Herstellung ein einzigartiger Filamentwickler eingesetzt wird, mit dem mehrere Faserschichten gleichzeitig in verschiedene Richtungen gelegt werden können.

"TSSD"-Reibschweisselement - (Bild: Ejot).
"TSSD"-Reibschweisselement - (Bild: Ejot).
„TSSD“ Thermoplastisches Reibschweißelement, so lautet die Bezeichnung der Einreichung, die den Award in der Kategorie enabler technology aus den Händen von Clemens Rösler erhält. Das Bauteil von Ejot aus einem glasfaserverstärkten Polyamid von Akro-Plastic sich ohne Vorloch vollautomatisch über einen Reibschweißprozess in thermo- und duroplastische Leichtbaumaterialien einsetzen. Platz zwei ging an eine In-mould-Assembly rotationskinetische Verbindung von Magna Exteriors, deren einzigartige Geometrie eine einstufige geformte Drehverbindung ermöglichen soll. Auf Platz drei landete eine Kombination von additiver und subtraktiver Fertigung, das Screw Extrusion Additive Manufacturing (SEAM). Der hybride Produktionsansatz (Hy-SEAM) bietet eine neue Möglichkeit, geometrisch komplexe Großteile aus thermoplastischen Kunststoffen wirtschaftlich herzustellen.

Special Awards für hoch innovative Einreichungen
Nach einem Music-Act wurde Dr. Erik Licht auf die Bühne gebeten, er vertritt Sponsor A.Schulman / LyondellBasell. Das war der Auftakt zu den Special Awards, mit denen die innovativsten Einreichungen und das Bauteil mit der höchsten Punktzahl von allen ausgezeichnet werden. Drei Teile waren es noch, die darauf warteten, aufgerufen zu werden.

Komponenten eines Brennstoffzellensystems - (Bild: Joma-Polytec).
Komponenten eines Brennstoffzellensystems - (Bild: Joma-Polytec).
Auf den Bewertungsbögen gab es eine Spalte, in der jeder Juror markieren konnte, welches oder welche Bauteile sich von den anderen hinsichtlich der Innovationshöhe abheben. Besonders viele Punkte haben die Komponenten eines Brennstoffzellensystems von Joma-Polytec auf sich vereinen können, sie wurden mit einem Innovation Award ausgezeichnet. Das Bauteil besteht aus den Strukturbauteilen Anoden- und Kathodenendplatte sowie der Medienverteilerplatte und der Wasserabscheideeinheit, die sich durch hohe Dauergebrauchsbeständigkeit und Reinheit auszeichnen. Der dafür verwendete BASF-Werkstoff lässt nur eine sehr geringe Migration von Additiven in die Medien zu und weist eine hohe Wasserstoffdichtigkeit auf. An der Entwicklung beteiligt waren auch KVT Bielefeld und Mercedes-Benz Fuel Cell.

Fahrzeugseitentür - (Bild: Renault).
Fahrzeugseitentür - (Bild: Renault).
Noch häufiger ein Kreuzchen bei „Innovation“ haben die Juroren bei einer Fahrzeugseitentür gesetzt. Für dieses Bauteil überreichte Dr. Erik Licht den Grand Innovation Award 2019 an die Entwickler von Renault, PME fluidtec und ARRK Shapers. Ihnen sei es gelungen, die Tür in Leichtbauweise zu fertigen und dabei pro Tür neun Kilogramm Gewicht einzusparen. Dafür haben sie ein neuartiges Schichtkonzept kreiert, für dessen Umsetzung sie gas- und wasserunterstützte Verfahren einsetzen.

Gasbag für E-Active Body Control - (Bild: Daimler).
Gasbag für E-Active Body Control - (Bild: Daimler).
Zum Schluss der Veranstaltung wurde der Sieger des Wettbewerbs 2019 gekürt, das Teil, das von den Juroren die meisten Punkte erhalten hatte. Den Grand Award gewann der Gasbag für E-Active Body Control, entwickelt von Daimler, Wipf, Widmann Maschinen, Thyssenkrupp Bilstein, ZF Friedrichshafen und Optima Consumer. Der Gasbag ist elementares Bauteil eines von Grund auf neuentwickelten Fahrwerksystems, das einen bislang unerreichten Fahrkomfort, beste Fahrdynamik und neue Offroad-Funktionen bieten soll. Der eigens entwickelte mehrschichtige Verbundfolie soll sich durch eine sehr geringe Stickstoffpermeabilität auszeichnen, so zuverlässig Öl- und Gasräume trennen und für höchste Gasdichtheit bei hervorragender mechanischer und chemischer Stabilität sorgen.

Über den SPE Automotive Award
Der Automotive Division Award, den SPE Central Europe, Sektion der Society of Plastics Engineers Inc., seit 1992 anderthalbjährlich ausschreibt, wird von namhaften Unternehmen der Kunststoffbranche unterstützt, in diesem Jahr von A.Schulman / LyondellBasell, Akro-Plastic, DSM Engineering Plastics, EMS-Chemie, Grafe Advanced Polymers und KraussMaffei Technologies.

K 2019, 16.-23.10.2019, Düsseldorf

Dateianhang zur Meldung:
19. SPE Automotive Award 2019 (pdf, 5033 kB)

Weitere Informationen: www.automotiveaward.de, www.spe-ce.de

SPE Central Europe / SPE Automotive Award, Hannover

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