| 17.07.2023, 06:02 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Die Gebrüder Schmidt KG mit Sitz in Idar-Oberstein hat am 14. Juli 2023 beim Amtsgericht Idar-Oberstein aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt. Das auf Kunststoffspritzguss spezialisierte Familienunternehmen mit über 200-jähriger Geschichte entwickelt, konstruiert, produziert, repariert, wartet und überarbeitet im Kundenauftrag Kunststoffprodukte und stellt Spritzgusswerkzeuge aller Art her. Neben Kunden aus den Bereichen Hygiene und Sanitär beliefert das Unternehmen auch Kunden aus den Bereichen Automobil, Haushaltsgeräte, Weinbau sowie das Baugewerbe. Fortführung und Erhalt der Arbeitsplätze Mit dem Insolvenzantrag will das Unternehmen die Chancen einer nachhaltigen Sanierung nutzen. Das Gericht hat mit Beschluss vom 14. Juli 2023 dem Antrag entsprochen und Rechtsanwalt Jens Lieser von Lieser Rechtsanwälte aus Koblenz zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Die Löhne und Gehälter der insgesamt rund 150 Beschäftigten sollen bis Ende August 2023 über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert sein. Rechtsanwalt Lieser hat bereits die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes beantragt. Auf einer Betriebsversammlung am 14. Juli 2023 wurden die Beschäftigten über die Insolvenz und die weiteren Schritte informiert. Oberstes Ziel der Sanierung sei, so Lieser, die Fortführung und Neuaufstellung des Unternehmens sowie der Erhalt der Arbeitsplätze. Gute Kundenbeziehungen und funktionierendes Geschäftsmodell Der vorläufige Insolvenzverwalter Jens Lieser und sein Team verschaffen sich derzeit einen Überblick über das Unternehmen und wollen alle Handlungsoptionen ausloten, um eine Zukunftslösung zu finden. „Seit über 200 Jahren ist das Familienunternehmen im Markt tätig und hat bereits viele Höhen und Tiefen überwunden. Ich sehe durchaus Chancen für eine Neuaufstellung, da das Unternehmen als Spezialist für hochwertige Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Kunststoffspritzguss im Markt sehr bekannt und anerkannt ist und über hervorragende langjährige Kundenbeziehungen verfügt“, sagt Lieser. Erhöhte Rohstoff- und Energiekosten und Lieferkettenprobleme Die seit den letzten Jahren stark gestiegenen Rohstoffpreise haben dem Unternehmen Probleme bereitet, da die Preissteigerungen beim Einkauf der Rohstoffe nicht in Gänze an die Kunden weitergereicht werden konnten. Als im Februar 2022 der Ukraine-Krieg ausbrach und in Folge dessen in kurzer Zeit die Energiepreise in die Höhe schnellten, traf dies die Gebrüder Schmidt KG besonders empfindlich. Als produzierendes Unternehmen mit höherem Energiebedarf bei der Erstellung von Kunststoffteilen im Spritzgussverfahren erweisen sich die Mehrkosten beim Energiebedarf für das Unternehmen als erhebliche finanzielle Last. Somit geriet die Gebrüder Schmidt KG mehr und mehr in die Verlustzone. Weitere Informationen: www.gs-kunststofftechnik.de, www.lieser-rechtsanwaelte.de |
Gebrüder Schmidt KG, Idar-Oberstein
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