03.07.2019, 06:06 Uhr | Lesedauer: ca. 5 Minuten |
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![]() „Die K 2019 wird aufzeigen, was heute schon möglich ist und woran die Unternehmen der Kunststoffbranche arbeiten, um immer mehr Stoffkreisläufe zu schließen“, so Engleder. „Die Kreislaufwirtschaft ist ein Innovationstreiber.“ Zu den vorrangigen Aufgaben auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft gehöre es, aufbereiteten Kunststoffabfällen ein breiteres Einsatzspektrum zu eröffnen. Welchen Beitrag Engel als Spritzgießmaschinenbauer und Systemlöser leistet, sollen auf der K 2019 fünf Exponate an drei Standorten deutlich machen. Im Mittelpunkt stehen die Verarbeitung von Rezyklat, die Erhöhung der Prozessstabilität und der Trend zum Design for Recycling. Hohe Prozessstabilität für breiten Rezyklateinsatz „Die Stabilität der Spritzgießprozesse ist ein wichtiger Schlüssel, Rezyklate auch für höherwertige Produkte einsetzen zu können“, betont Günther Klammer, Bereichsleiter Plastifiziersysteme und Experte für Circular Economy bei Engel Austria. Rezyklate unterliegen naturgemäß stärkeren Chargenschwankungen als Neuware. Um deren Einfluss auf den Prozess deutlich zu reduzieren, kommt bei der Verarbeitung von vollrezykliertem ABS am Messestand von Engel das intelligente Assistenzsystem iQ weight control zum Einsatz. Die Software aus dem inject 4.0 Programm von Engel sorgt laut Unternehmen selbst bei stark schwankender Rohmaterialqualität für ein konstantes Schmelzevolumen beim Einspritzen und damit für eine konstant hohe Produktqualität. „Die intelligente Assistenz öffnet Rezyklaten die Tür zu einem deutlich breiteren Spektrum an Anwendungen“, sagt Klammer. „Industrie 4.0 ist für die Kreislaufwirtschaft ein wichtiger Enabler.“ Neben der Software iQ weight control, welche hier erstmalig in der Rezyklatverarbeitung zum Einsatz kommt, sollen noch zwei weitere, neue Assistenzsysteme von Engel der Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffindustrie den Weg ebnen: Dabei handelt es sich um die Software "iQ melt control“ und ein aus Hard- wie Software bestehendes, laut Hersteller sehr mächtiges und lernendes System zur Prozessüberwachung namens "iQ process observer". Letztere beiden sollen in Düsseldorf ihre Weltpremiere feiern. ![]() Die Transportboxen stellen aufgrund ihrer Geometrie hohe Anforderungen an das Sandwichspritzgießen. Engel gelingt nach eigenen Angaben dennoch ein sehr hoher Rezyklatanteil von über 50 Prozent. Ein weiterer Ansatz, Rezyklate breiter einzusetzen, sind so genannte Sandwichbauteile mit einem Kern aus Rezyklat, der in Neuware eingebettet ist. Ziel sei es, zum einen immer mehr Produkte für diese Form der Zwei-Komponenten-Fertigung auszulegen und zum anderen den Rezyklatanteil in den Sandwichstrukturen zu erhöhen. Der erzielbare Rezyklatanteil im Kern wird wesentlich von der Formteilgeometrie und dem Füllbild der Kavität bestimmt. Die Transportboxen, die Engel auf seinem Messestand im Engel skinmelt Verfahren produziert, stellen in dieser Hinsicht eine besondere Herausforderung dar. Dennoch gelingt es Engel den weiteren Angaben zufolge, bei dieser komplexen Bauteilgeometrie mit dem skinmelt Verfahren einen sehr hohen Rezyklatanteil von über 50 Prozent zu erreichen. Wichtig sei zudem die Sortenreinheit, „damit sich die Sandwichprodukte am Ende ihrer Nutzungsdauer wieder leicht recyceln lassen“, betont Klammer. Für die Herstellung der Transportboxen verarbeitet Engel ausschließlich Polypropylen, wobei das Rezyklat aus Post-Consumer-Sammlungen stammt. Engel arbeitet hierfür mit dem Grünen Punkt, dem Dualen System Deutschland (DSD), zusammen. Recycling schon bei der Produktentwicklung mitdenken Design for Recycling bedeutet, dass bereits bei der Entwicklung eines neuen Produkts der spätere Recyclingprozess mitgedacht wird und die Anforderungen der Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit im Produktdesign Berücksichtigung finden. Weitere Beispiele, wo dies bereits gut funktioniert, sind in der Verpackungsindustrie und im Composite-Leichtbau zu finden. So geht bei der Herstellung von Dünnwandverpackungen im IML (In-mould-labelling)-Prozess der Trend zu Monomaterialsystemen, bei denen Label und Granulat aus demselben Material bestehen. Im Composite-Leichtbau weisen durchgehend thermoplastbasierte Lösungen den Weg in die Kreislaufwirtschaft. Im organomelt Prozess von Engel werden faserverstärkte Halbzeuge mit thermoplastischer Matrix, wie Organobleche und Tapes, mit einem Thermoplast aus der Materialgruppe des Matrixmaterials umspritzt. Das gesamte Composite-Bauteil besteht nur aus thermoplastischem Kunststoff und Glasfasern und hat damit das Potenzial wiederverwertet zu werden. Auf seinem Messestand demonstriert Engel das serienreife Verfahren mit einer anspruchsvollen Automobilanwendung. ![]() Im Freigelände zwischen den Hallen 10 und 16 werden auf einer Engel victory Spritzgießmaschine Post-Consumer-Abfälle zu Mini-Müllcontainern verarbeitet. Engel spannt den Circular-Economy-Faden auf der K 2019 weit über seinen Hauptmessestand hinaus. Im Freigelände zwischen den Hallen 10 und 16 werden auf einer Engel victory Spritzgießmaschine Post-Consumer-Abfälle zu Mini-Müllcontainern verarbeitet. In unmittelbarer Nachbarschaft hierzu befindet sich der Recycling-Pavillon von Erema. Dort fertigt eine weitere victory Maschine Zettelboxen aus aufbereiteten Fischernetzen. Die Polyamid-Rezyklate stammen aus Chile, wo drei amerikanische Maschinenbauer Sammelstellen für alte Netze eingerichtet haben. Zuvor landeten diese mangels verfügbarer Sammelinfrastruktur häufig im Meer. In Chile werden die Netze auf einer Erema Anlage recycelt und auf Engel Spritzgießmaschinen zu Skateboards und Sonnenbrillen verarbeitet. Das Projekt beweist, wie sich durch das interdisziplinäre und internationale Zusammenspiel Stoffkreisläufe auch da schließen lassen, wo es bislang keine umfassenden Sammelsysteme gibt. Globale Verpflichtung „Circular Economy ist eine weltweite Herausforderung mit regional unterschiedlichen Schwerpunkten“, macht Stefan Engleder deutlich. „Mit unserer Erfahrung aus Europa können wir dazu beitragen, auch in anderen Regionen der Erde wie Südamerika oder Asien erste Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft zu gehen. Dies funktioniert umso besser, je enger die Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten. Als einzelnes Unternehmen haben wir hier nur begrenzt Einfluss.“ Zum Ausdruck kommt diese Überzeugung demzufolge im Global Commitment zur New Plastics Economy. Als einer der ersten Kunststoffmaschinenbauer schloss sich Engel im Herbst vergangenen Jahres der Initiative der Ellen MacArthur Foundation an. „Die Initiative vernetzt die weltweiten Akteure und verschafft unserem gemeinsamen Anliegen mehr Gehör“, so Engleder. Weitere Informationen: www.engelglobal.com K 2019, 16.-23.10.2019, Düsseldorf |
Engel Austria GmbH, Schwertberg, Österreich
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