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19.08.2019, 10:16 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten Optionen:       

IK: Plastiktüten und Müllbeseitigung - Position der Kunststoffverpackungsindustrie

Viele Maßnahmen aus der europäischen Kunststoffstrategie und dem 5-Punkte-Plan der Bundesumweltministerin geht die Kunststoffverpackungsindustrie aus Sicht des IK engagiert mit: Die verstärkte Kreislaufführung, der Einsatz von Rezyklaten, das Schonen von Ressourcen, die Aufklärung der Verbraucher. Hier seien alle Akteure der Wertschöpfungskette gefordert. Nun werde dieser Weg bei der Frage nach den Verursachern des Littering (achtlosen Wegwerfen) verlassen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze plant unter anderem das Verbot von Plastiktüten und darüber hinaus die Beteiligung von Herstellern an den Kosten für die Müllbeseitigung im öffentlichen Raum der Städte und Gemeinden. "Die Hersteller sind nicht Verursacher des Litterings. Und für die Entsorgung und das Recycling der Verpackungsabfälle werden bereits Lizenzentgelte durch die Inverkehrbringer an die Dualen Systeme gezahlt", erklärt Mara Hancker, Sprecherin des Verbandes.

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Verpackungshersteller sind nicht die Verursacher des achtlosen Wegwerfens
"Dass die Kommunen um finanzielle Hilfe bei der Abfallbeseitigung bitten, ist nachvollziehbar, aber die Hersteller von Kunststoffverpackungen sind der falsche Adressat. Wenn es um Verantwortung geht, dürfen wir nicht nur nach vermeintlich Schuldigen suchen und das Symptom der steigenden Kosten durch finanzielle Pflaster versuchen zu heilen. Es muss darum gehen, das Littering zu vermeiden, also das achtlose Wegwerfen stärker zu ächten und zu sanktionieren, für ausreichende Infrastruktur für die Müllbeseitigung zu sorgen oder die Verbraucher besser aufzuklären über die Folgen ihres Konsums", heißt es in der Stellungnahme des IK.

"Abfälle sind schließlich Wertstoffe und nicht etwas, das ich achtlos fallen lasse, weil jemand anderes es für mich entsorgt. Anders gesagt: Meine Kinder werden nie lernen, ihr Zimmer aufzuräumen, wenn die Spielwarenhersteller Geld dafür zahlen, das jemand anderes das für sie übernimmt", so Mara Hancker. "Wenn es jedoch um gemeinsame Maßnahmen zur Bekämpfung des Litterings geht, bei denen alle Akteure der Wertschöpfung ihren Beitrag leisten, und zwar dort, wo sie an den eigenen Stellschrauben drehen können, dann sind auch wir mit an Bord. Ähnliche Allianzen gibt es ja bereits auf nationaler und internationaler Ebene."

Industrie hat eigene Ideen zur Abfallvermeidung
Die Kunststoffverpackungsindustrie an Entsorgungskosten zu beteiligen, trage nicht zur Müllvermeidung schreibt der Deutschlandfunk zu einem Interview mit der IK. Die Branche solle an der Diskussion beteiligt werden, denn sie habe schon viele Ideen zur Müllvermeidung. Eine lautet, das Lebensende der Verpackung stärker in den Fokus zu rücken.

Plastikverpackungen schützen Lebensmittel, Technikprodukte, Medikamente etc. dank besonderer Eigenschaften wie Feuchtigkeits- oder Sauerstoffbarrieren oder Stoßabfederung. Und sie sind ressourceneffizient, schneiden bei Ökobilanzen regelmäßig gut ab gegenüber anderen Materialien. "Allerdings – und diesen Schuh muss sich die Industrie anziehen – müssen wir die Verpackungen noch stärker von ihrem Ende her denken", räumt die IK-Sprecherin ein. Ökodesign lautet hier das Stichwort.

Bereits seit 2014 besteht der Runde Tisch Eco Design, in dem unterschiedliche Akteure entlang der Wertschöpfungskette einen Leitfaden zur ökologischen Gestaltung von Kunststoffverpackungen entwickelt haben. Dieser soll zum zukünftigen Standardrepertoire der Verpackungsentwicklung werden. Das Werkzeug für den 360 Grad Check von Verpackungslösungen steht allen Anwendern kostenfrei zur Verfügung.

Information und Aufklärung führen zu verändertem Verhalten
Neben der ökologischen Gestaltung von Verpackungen sieht die Industrie vor allem auch Veränderungspotenzial durch Information und Aufklärung. Der Testlauf der aktuellem Kampagne „Mülltrennung wirkt“ zeige, dass sich die Abfallströme signifikant verbessern, wenn die Verbraucher über das richtige Sammeln und Sortieren aktiv informiert werden.

„Wenn es gesellschaftlich verpönt ist, den eigenen Abfall zu littern und gleichzeitig die Alternativen allgemein bekannt sind, trägt dies aus Sicht der Industrie zu einem verantwortungsvolleren Umgang bei. Klimaschutz braucht Kunststoffe. Produktschutz braucht Verpackungen. Abfälle brauchen einen Wert. Dazu wollen wir über unsere Öffentlichkeitsarbeit beitragen und tun dies auch schon in Form von Faktenchecks und Best Practice Beispielen in Sachen Eco Design und Recycling“, so das zuversichtliche Fazit der IK.

Weitere Informationen: www.kunststoffverpackungen.de

IK - Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., Bad Homburg

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