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30.07.2021, 12:51 Uhr | Lesedauer: ca. 5 Minuten    

Oechsler: Gruppe mit deutlichem Umsatzrückgang in 2020 - Additive Manufacturing als zweite Fertigungstechnologie etabliert

Der Oechsler-Konzern, eine Unternehmensgruppe der Kunststofftechnik mit globaler Präsenz und Hauptsitz in Ansbach, Mittelfranken, meldet einen erfolgreichen Abschluss des stark von der Corona-Pandemie geprägten Geschäftsjahres 2020. Demzufolge wurden insbesondere beim Ausbau des Additive Manufacturing als zweiter Fertigungstechnologie neben dem Kunststoff- Präzisionsspritzguss im Berichtsjahr bedeutende Fortschritte erzielt. Der Konzernumsatz ging vor allem aufgrund des pandemiebedingten Nachfrageeinbruchs in der weltweiten Automobilindustrie auf 378,2 (2019: 475,8) Millionen Euro zurück. Post-Corona sieht das Management exzellente Wachstumsaussichten für Oechsler als marktgetriebenen Entwickler und Hersteller technologisch komplexer Baugruppen sowie durch die Erschließung neuer Produkt- und Kundensegmente in der 3D-Druck-Fertigung.

Die Gruppe ist in den Geschäftsbereichen Automotive, Healthcare und Innovative Solutions an drei deutschen und weltweit sieben Produktionsstandorten aktiv. Im zurückliegenden Jahr hat sich der Bereich Healthcare mit einem Umsatzsprung um 17,3 Prozent von 13,9 auf 16,3 Millionen Euro am besten entwickelt und lag deutlich über der Planung. Treiber war die dynamisch steigende Nachfrage nach den von Oechsler produzierten komplexen Baugruppen und Einzelkomponenten, die unter anderem bei Inhalier- und Blutzuckermessgeräten sowie medizintechnischen Geräten mit integrierten Displays verwendet werden.

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Das Geschäftsfeld Automotive war mit einem Umsatzrückgang von 297,6 auf 233,5 Millionen Euro (minus 21,5 Prozent) demgegenüber stark von den Corona-Effekten und der schwachen Nachfrage im Automobilmarkt betroffen. Hier produziert Oechsler vor allem elektronische Parkbremsen (EPB) und Assistenzsysteme für autonomes Fahren sowie im Keramikspritzgussverfahren ästhetisch und haptisch ansprechende Gangwahlschalter, Infotainment-Bediensysteme und Klimaregler.

Der Umsatz des Geschäftsbereichs Innovative Solutions ging im Vorjahresvergleich von 164,2 auf 128,3 Millionen Euro (minus 21,9 Prozent) zurück. Dieser Rückgang resultierte primär aus Einmaleffekten infolge der Neuausrichtung der Zusammenarbeit mit adidas. Neue und erfolgreiche Produktpartnerschaften wie etwa bei American Football-Helmen mit dem Marktführer Riddell haben diese Entwicklung im Berichtsjahr noch nicht kompensieren können. Das Geschäftsfeld Innovative Solutions ist ein zentrales Element der Zukunftsstrategie von Oechsler und umfasst die kunststoffbasierte 3D-Druck-Produktion in Ansbach-Brodswinden sowie Taicang (China), in der mit Spezialmaterialien unter anderem kompressive Gitterstrukturen, sogenannte „Lattice Structures“, produziert werden. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften eignen sich diese Materialien beispielsweise als Dämpfelemente in Sport-Schutzausrüstung oder zur Energierückgewinnung bei Sportschuhen.

Moderater Beschäftigungsrückgang und weiterer Aufbau von F&E- Kapazitäten
Der Oechsler-Konzern gehört mit der Oechsler AG im Bereich der produzierenden Industrie zu den 15 größten Arbeitgebern in Mittelfranken. Dabei ist es 2020 unter den pandemiebedingt erschwerten Rahmenbedingungen gelungen, die Mitarbeiterzahl an den deutschen Standorten nur moderat und ausschließlich durch natürliche Fluktuation zu verringern. Zum Jahresende waren knapp 3.000 Mitarbeiter bei Oechsler beschäftigt, das sind gut 300 weniger als im Vorjahr. Hiervon waren rund 1.400, darunter mehr als 80 Auszubildende, an den Standorten von Oechsler in Ansbach, Weißenburg (Oechsler AG) sowie Ansbach-Brodswinden (Oechsler Motion GmbH) tätig – und damit rund 50 Mitarbeiter weniger als im Vorjahr.

Auch im Berichtsjahr hat Oechsler die personellen Kapazitäten im Bereich Forschung und Entwicklung weiter ausgebaut, dessen Bedeutung für die Gruppe in Deutschland und am Hauptsitz in Ansbach kontinuierlich zunimmt. Neben dem Kunststoffspritzguss bilden hier das Additive Manufacturing und die verbreiterte Anwendung der Aktuatorik-Kompetenz von Oechsler die Arbeitsschwerpunkte.

Der Fokus der Investitionstätigkeit des Konzerns, die aufgrund der Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr verhaltener als in den Vorjahren ausfiel, lag auf technischen Anlagen und Maschinen sowie auf Grundstücken und Bauten. Das Gesamtinvestitionsvolumen belief sich in 2020 auf 19,3 (2019: 73,7) Millionen Euro, hiervon entfielen 10,3 (2019: 22,4) Millionen Euro auf das Inland. Für 2021 sind Investitionen in Höhe von rund 40 Mio. Euro geplant. Ziel ist die weitere Stärkung aller Standorte der gesamten Gruppe.

Großes Marktpotenzial durch neue Anwendungen und innovative Produktionstechnologien
Dr. Claudius M. Kozlik, Vorstandsvorsitzender (CEO) der Oechsler AG, betonte anlässlich der Vorlage des Jahresergebnisses: „2020 war pandemiebedingt ein forderndes Jahr für unsere Kunden – und damit auch für uns. Wir sehen uns umso mehr darin bestärkt, an unserer Strategie der behutsamen Diversifizierung festzuhalten. Unser internationaler Footprint mit Präsenz in Nordamerika, Europa und Asien ermöglicht es, globale Abnehmer vor Ort mit unseren innovativen Produkten und Baugruppen zu beliefern. Gleichzeitig haben wir neben dem Spritzguss das Additive Manufacturing als zweite Fertigungstechnologie etabliert – eine der am schnellsten wachsenden Produktionstechnologien der Zukunft. Hier nimmt Oechsler schon heute eine globale und führende Position im Markt ein und erschließt damit über den Automotive-Sektor hinaus neue Kundensegmente. Mittelfristig bietet die Transformation zum marktgetriebenen Entwickler und Hersteller technologisch komplexer Baugruppen ein weiteres erhebliches strategisches Potenzial.“

Michael Meyer, Vorstand Finanzen (CFO) der Oechsler AG: „Mitarbeiter, Management und Eigentümer von Oechsler haben die Herausforderung der Corona-Pandemie angenommen und können heute stolz auf das abgelaufene Geschäftsjahr sein: Trotz erheblicher Einbrüche in unseren Absatzmärkten Automotive und Innovative Solutions konnten wir auf betriebsbedingte Kündigungen komplett verzichten und alle wichtigen Zukunftsinvestitionen stemmen. Der Konzern ist mit einer im Branchenvergleich hohen Eigenkapitalquote von 52,5 Prozent und Zugang zu ausreichender Liquidität auch in finanzieller Hinsicht unverändert grundsolide aufgestellt und wird langfristig gestärkt aus der Covid-19-Krise hervorgehen. Das Handelsblatt hat die exzellenten Perspektiven von Oechsler erkannt und uns 2020 erneut als einen der am schnellsten wachsenden Mittelständler der deutschen Industrie ausgezeichnet.“

Globale Lieferprobleme bremsen Umsatzerholung in 2021
Der Oechsler-Konzern sieht sich gut für die Zukunft aufgestellt, allerdings wird auch für 2021 noch nicht mit einer Rückkehr zum Umsatzniveau aus der Zeit vor Corona gerechnet. Neben den Folgen der Pandemie liegt dies auch an der anhaltenden Unterversorgung mit Halbleitern und anderen Rohstoffen und Vorprodukten, die immer wieder zu längeren Produktionsstillständen in der Automobilindustrie führen, von denen Oechsler dann jeweils betroffen ist. Der bevorstehende Wandel hin zur Elektromobilität wird hingegen kaum Auswirkungen auf das Unternehmen haben, denn für einen Großteil der von Oechsler im Geschäftsfeld Automotive gefertigten Produkte, etwa die elektronische Parkbremse (EPB), besteht unabhängig von der Antriebsart eine langfristig hohe und steigende Nachfrage. Darüber hinaus benötigen Bereiche wie beispielsweise die Robotik eine mit der EPB verwandte Aktuatorik und bieten damit dynamische Wachstums- und Diversifizierungspotentiale für Oechsler.

Weitere Informationen: www.oechsler.com

Oechsler AG, Ansbach

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