| 15.12.2025, 12:13 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Das Recycling von Kleidungsstücken aus Mischfasern stellt in der Textilindustrie seit langem eine technische Herausforderung dar, da geeignete Verfahren zur Trennung und Rückgewinnung der einzelnen Materialien fehlten. Radici InNova, die Forschungs- und Innovationsdivision der RadiciGroup, hat nun ein Recyclingverfahren auf Basis der selektiven Auflösung entwickelt, mit dem gemischte textile Abfälle wie Bademode, Strumpfwaren oder Leggings verarbeitet werden können. Dabei sollen sich sowohl Polyamid als auch "Lycra"-Fasern zurückgewinnen und erneut für die Herstellung neuer Textilien einsetzen lassen. Das Verfahren ist international patentiert und arbeitet den Angaben zufolge mit nicht toxischen, nicht brennbaren und umweltverträglichen Lösungsmitteln. Es eignet sich laut Radici für die gängigen Polyamidtypen PA6 und PA66 und erlaubt die Rückgewinnung von Nylon, "Lycra"-Fasern sowie des eingesetzten Lösungsmittels – unabhängig vom jeweiligen Faseranteil im Textil. Damit gelte der Prozess sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht als tragfähig. In Zusammenarbeit mit The Lycra Company und dem international tätigen Wäschehersteller Triumph wurde das Verfahren erstmals praktisch validiert. Aus Produktionsüberschüssen von Triumph mit einem "Lycra"-Anteil von 16 Prozent konnten sowohl Polyamid als auch Elastan zurückgewonnen werden. Die "Lycra"-Fasern wurden anschließend erneut versponnen, während das recycelte Polyamid bei der RadiciGroup zu neuem "Renycle"-Garn verarbeitet wurde. Aus beiden recycelten Garnen entstand ein 60 Meter langes Gewebe, aus dem ein vollständiges Dessous-Set gefertigt wurde. Damit wurde ein geschlossener Recyclingkreislauf von Textilabfall zu neuem Kleidungsstück demonstriert. Das Projekt wurde vor vier Jahren gestartet und umfasste zunächst die Entwicklung und Erprobung des Auflösungs- und Trennverfahrens. In weiteren Schritten folgten Labortests zur Wiederverwendbarkeit der zurückgewonnenen Fasern sowie die Umsetzung in einem konkreten Anwendungsbeispiel. Das hergestellte Wäscheset gilt als Prototyp und dient als Machbarkeitsnachweis für das Recycling von Mischfasertextilien. Ziel ist es, auf dieser Basis die Voraussetzungen für eine zukünftige industrielle Umsetzung zu schaffen. Die beteiligten Unternehmen sehen in dem Projekt einen wichtigen Schritt zur Förderung zirkulärer Konzepte in der Textil- und Bekleidungsindustrie, insbesondere für Produkte aus bislang schwer recycelbaren Mischfasern. Weitere Informationen: www.radicigroup.com, www.lycra.com |
RadiciGroup High Performance Polymers, Bergamo, Italien + Radici Plastics GmbH, Lüneburg
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